ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Infektiologie & Hygiene

Laryngitis acuta : Diagnose

Laryngitis acuta

(siehe auch Stimmstörungen und Tracheitis)

Definition
Kehlkopfentzündung, evtl. in Kombination mit Pharyngitis auftretend

Beim Kind

Banale katarrhalische Laryngitis

Symptome

trockener Husten, Heiserkeit

Subglottische Laryngitis (Pseudokrupp)

Tritt bei Infekten des Respirationstraktes (vor allem Paraihnfluenza- und Influenzaviren) unerwartet und akut auf. Bei schweren Zuständen Krankenhauseinweisung zur besseren Überwachung.

Symptome

 

  • bellender Husten bei klarer Stimme, Erstickungsanfälle, larynxbedingte Dyspnoe
  • inspiratorischer Stridor, Bradypnoe, anfallsweise bedrohliche Atemnot mit Spasmen und Zyanose


Differentialdiagnose

 

Krupp (Kehlkopf-Diphtherie)

 

Heute sehr selten. Diphtherische Membranen im Larynx. Trotzdem muss dieser systematisch ausgeschlossen werden: keine Erstickungsanfälle; im Verlauf von Stunden stetig zunehmende Heiserkeit und Atemnot. Schlechter Allgemeinzustand, Blässe, Tachykardie. Cave: Meldepflicht!

Perakute Epiglottitis

(siehe auch Krupp-Syndrom)

 

Ätiologie

Bakteriämie mit Haemophilus influenzae (Impfung!), in hohem Prozentsatz in Blutkultur nachweisbar

Symptome

 

  • Beginn der Erkrankung meist aus voller Gesundheit, evtl. leichter Husten und Schnupfen
  • Erste-Symptome: Halsschmerzen beim Schlucken, manchmal in die Ohren ausstrahlend (bei 1- bis 2-Jährigen erkennbar an der Verweigerung von Speisen und Getränken, Speichelausfluss aus dem Mund)
  • eventuell Brechreiz und Schluckzwang
  • nach wenigen Stunden Temperaturanstieg und Krankheitsgefühl
  • je stärker die Schwellung fortschreitet, desto stärker sind die Schmerzen (Kind spricht nicht mehr viel), Stimme klingt gequetscht, Sprache kloßig
  • bei einem Drittel der Fälle Schwellung der Halslymphknoten


Diagnostik

 

  • Temperatur: 38-40° C
  • Leukozytenanstieg auf 15.000-20.000/mm³, evtl. auch höher
  • Blutbild: zu Beginn Linksverschiebung, relative Lymphopenie, nach wenigen Tagen Normalisierung der Werte
  • bei einem Drittel der Fälle zu Beginn Eiweißausscheidung im Urin


Untersuchungsbefund

 

Racheninspektion (Cave: nur in Intubations- und Tracheotomiebereitschaft!) und behutsame Laryngoskopie:

  • Epiglottis erscheint als pralle, hochrote Kugel (ähnlich einer Kirsche)
  • Kehlkopfeingang oft nur noch als kleines Grübchen oder Rille erkennbar


Verlauf

 

rasche Progredienz: vom ersten Symptom bis zum Beginn der Atemnot mit ernster Gefahr meist nur Stunden

 

Differentialdiagnose des Krupp-Syndroms
 
Pseudokrupp
Epiglottitis
Anamnese oft Atemwegsinfekt keine Hinweise
Beginn langsam
(akut in der Nacht)
stürmisch
(innerhalb von Stunden)
Allgemeinzustand wenig beeinträchtigt schwer beeinträchtigt
Fieber mäßig hoch (> 38° C)
Stridor inspiratorisch in- und exspiratorisch
Simme heiser, aphonisch leise, kloßig
Husten bellend nicht bellend
Schluckstörung nein ausgeprägt
Speichelfluss nein ausgeprägt
(vorgeschobenes Kinn)
Haltung im Bett liegend sitzend (vornüber gebeugt)
Alter (Jahre) (½) 1-3 (4) (2) 3-6 (7), auch Erwachsene
Tageszeit meist abends, nachts ganztags
Jahreszeit meist Herbst, Winter ganzjährig
Rezidive häufig selten
Mortalität (unbehandelt) vernachlässigbar bis zu 50 %

(Ärzte Woche Nr. 44/2001)

Beim Erwachsenen

Akute Laryngitiden oft zusammen mit Tracheitis (mit bellendem Husten, Heiserkeit), meist bei Virusinfekten (Masern, Influenza, Parainfluenza). Selten als primäre oder sekundäre bakterielle Infektion (Haemophilus influenzae, Streptokokken, Pneumokokken, Staphylokokken). Intoxikationen sind nur ausnahmsweise mit einem diffusen Ödem und Erstickungsanfällen (Angina laryngis) verbunden.

Symptome

 

Meist absteigender Katarrh nach banalen Nasen-, Nebenhöhlen-, Racheninfekten. Charakteristisch: raue, heisere Stimme, Husten, leichte Allgemeinsymptome und gerötete, verdickte, bisweilen auch ödematös geschwollene Stimmbänder.

Merke

Die Laryngitis muss stets ernst genommen und mittels Laryngoskopie diagnostiziert werden. Zuweilen ist zur Klärung des Befundes eine Probeexzision erforderlich. Jede länger als 2 Wochen andauernde Heiserkeit zum Facharzt.

Differentialdiagnose

 

Toxisch-allergisches Larynxödem

 

Zeigt einen akuten Verlauf oft innerhalb weniger Minuten. Kein Fieber, doch meist mit begleitenden allgemein-allergischen Symptomen, wie Rötung, Schwellung des Gesichts, Quaddelbildung, eventuell Quincke-Ödem. Bei Wespen- oder Bienenstich entsprechende Anamnese (Lebensgefahr).

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.7 (6 Bewertungen)
Letztes Update:25 Februar, 2009 - 18:32